Need a friend

Ich weiß auch nicht warum....aber irgendwie hab ich gar niemanden mehr zum reden, zum quatschen und zum Blödsinn treiben. Meine wenigen Freunde sind entweder zu beschäftigt oder wohnen zu weit weg. Oder beides.
Die letzte mail an meinen besten Kumpel und Kummerkasten liegt jetzt 2 Wochen zurück, hab ihm zum Geburtstag gratuliert. Er hat auch ganz brav gefragt, wie es mir denn geht und wie es dem Baby geht und wie es meiner Beziehung geht usw.
Und auf eine Reaktion dieser Antwortmail warte ich heute noch. Naja. Kenn ich von ihm ja schon, dass wir nur alle paar mal im Jahr miteinander reden, mailen oder telefonieren. Von treffen ganz zu schweigen. Nun denn....

Warum eigentlich will keiner mit mir so richtig befreundet sein? Mein Mann würde jetzt lapidar antworten: naja, nur nette Menschen haben Freunde. Super. Bin ich denn nicht nett? Bin ich kein liebenswerter Mensch mit dem man seine Zeit verbringen möchte? Irgendwie....geht mir das an die Substanz, wenn das wirklich so sein sollte.
Weil eigentlich möchte ich gar nicht mehr, als dass mir jemand das Gefühl gibt, er/sie ist gern in meiner Nähe, hört mir gern zu, verbringt gern Zeit mit mir.
Aber will das nicht eigentlich jeder: einfach nur gemocht werden? Von Liebe oder ähnlichem ist hier gar nicht die Rede, ich meine rein freundschaftliche Beziehungen.


Ich bin doch kein Unmensch. Oder vielleicht bin ich in den letzten 2 Jahren zu einem geworden? Schon schlimm genug, was da an Katastrophen los war, aber...
Ich weiß es nicht.

Vielleicht bin ich einfach nur eine treulose Tomate geworden, die kein Interesse mehr an ihren Freunden hat. Weil irgendwie....seit die Kleine auf der Welt ist verfliegen die Tage, so dass ich nur zusehen kann. Irgendwie dreht sich alles nur noch um Salome. Was sich auch richtig anfühlte lange Zeit. Aber ist das wirklich so? Ich meine, wo bleibe ich? Bin ich überhaupt noch jemand anderes als Mama oder Frauchen?

Fazit ist: ich bräuchte dringend ne Freundin/nen Freund. Aber durch das, wie mein Leben hier im Moment läuft, bin ich eingeschränkt und isoliert. Wo ist der Weg hinaus?

Karin am 9.11.06 09:20, kommentieren

Der kleine Schweinehund

Ich könnte echt in die Luft gehen über mich selbst. Da sitzt ich zu Hause und hab Ohrenschmerzen. Und bin zu feige um zum Arzt zu gehen.
Achja, heute morgen ist es ja schon besser als gestern abend. Wirklich? Oder nur eingebildet?

Manchmal frag ich mich, wo ich diesen kleinen Schweinehund immer verstecke, der in den ungünstigsten Momenten auftaucht und mich in den Magen boxt, so dass ich kaum noch in der Lage bin mich selbst zu überwinden? Irgendwo muss sich der ja verstecken.
Und im übrigen: es gibt Momente, wo der tatsächlich mal in seinem Versteck bleibt. So wie vor 2 Wochen, als es mir ebenfalls nicht gut ging. Ich hatte auf einmal keine Stimme mehr. Zuerst dachte ich: naja, nur harmlose Erkältung. Aber nix, HIB-Infektion. Super! Wo war da meine kleine Stolperfalle?

Ich verstehe das nicht wirklich. Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht. Vielleicht ist das genau der Grund, warum ich mich manchmal nicht überwinden kann und es doch manchmal muss.

Vielleicht denke ich auch einfach nur zu viel nach...

Karin am 9.11.06 09:07, kommentieren

Heute in einem Internetforum gefunden. Wie klasse....

Die Parabel von den Zwillingen


Es geschah, dass im Schoß einer Mutter Zwillingsbrüder empfangen wurden. Die Wochen vergingen und die Knaben wuchsen heran. In dem Maß, in dem ihr Bewusstsein wuchs, stieg ihre Freude. “Schau, ist es nicht großartig, dass wir empfangen wurden? Ist es nicht wunderbar, dass wir leben?”

Die Zwillinge begannen, ihre Welt zu entdecken. Als sie aber die Schnur fanden, die sie mit ihrer Mutter verband und die ihnen die Nahrung gab, da sangen sie vor Freude: “Wie groß ist die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!”

Als aber die Wochen vergingen und schließlich zu Monaten wurden, merkten sie plötzlich, wie sehr sie sich verändert hatten. “Was soll das heißen?” fragte der eine. “Das heißt,” antwortete ihm der andere, “dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald seinem Ende zugeht.” “Aber ich will gar nicht gehen.” erwiderte der eine, “ich möchte für immer hier bleiben.”

“Wir haben keine andere Wahl”, antwortete der andere, “aber vielleicht gibt es ein Leben nach der Geburt!” “Wie könnte dieses sein?” fragte zweifelnd der erste, “wir werden unsere Lebensschnur verlieren, und wie sollten wir ohne sie leben können? Und außerdem haben andere vor uns diesen Schoß verlassen, und niemand von ihnen ist zurückgekommen und hat uns gesagt, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, dies ist das Ende!”

So fiel der eine von ihnen in tiefen Kummer und sagte: “Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Schoß? Es ist sinnlos. Womöglich gibt es gar keine Mutter hinter allem.”
“Aber sie muss doch existieren”, protestierte der andere, “wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?”

“Hast du je unsere Mutter gesehen?” fragte der eine. “Womöglich lebt sie nur in unserer Vorstellung. Wir haben sie uns erdacht, weil wir dadurch unser Leben besser verstehen können.”

Und so waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großer Angst. Schließlich kam der Moment der Geburt. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie ihre Augen. Und was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume..

Verfasser unbekannt

Karin am 8.11.06 22:26, kommentieren

Manches geht nie verloren

Seit langem habe ich mal wieder Musik gehört. Also, ich höre schon immer mal wieder Musik, aber ich meine, die Art von Musik, die ich toll finde, und von der mein Mann sagt "mach den Müll aus, sonst krieg ich Ohrensausen und mir wird schlecht." Seit neuestem kommt noch hinzu "...sonst wird das Kind krank". Nun ja, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und streiten lässt sich darüber nicht.
Meine Meinung: man KANN drüber streiten. Vor allem aber kann ich mit meinem Mann drüber streiten. Weil er versteht nicht, was ich an der Musik der Héroes oder von Bunbury so toll finde.

Wie soll ich das erklären?
Als allererstes hat mich die Stimme fasziniert. Meine Güte, ich vergöttere wirklich nicht viel, aber diese Stimme hat etwas verdammt besonderes an sich.
Irgendwie, entweder liegt es an der Stimme oder an der Art, wie diese Stimme singt, aber ich verstehe wirklich kein Spanisch, habe aber heute noch das Gefühl, als würde ich alles irgendwie verstehen, was Enrique da vor sich hinsingt. Musik ist dann am besten, wenn es seine Botschaft über ein Gefühl übermitteln kann. Der Meinung bin ich.

Und obwohl die Héroes nicht mehr zusammen sind, obwohl Bunbury sich ebenfalls zur Ruhe gesetzt hat: die Musik bleibt für die Ewigkeit. Und immer wieder kommt sie in mein Leben zurück.
Hier eines meiner Lieblingslieder - Canto
(Übersetzungen gemopst von Kathrin's Seite der Union del silencio: http://www.uniondelsilencio.com)

Ich singe (derselbe Schmerz)

Ich singe weil ich immer mit demselben Kummer aufstehe,
mit den offenen Wunden, die immer noch nicht vernarben.
ich irre durch die Straßen, durch Wüsten, durch den Dschungel,
die breiten Meere durchquerend, nirgendwohin.
Ich singe, weil ich es leid werde Erklärungen zu geben,
ich habe keine Lösungen, wozu soviel fragen?
Ich springe von Bett zu Bett, von Mund zu Mund, von Rock zu Rock.
Ich gehe nicht dahin zurück von wo ich gekommen bin,
ich schaue nie zurück. Und es geht weder besser noch schlechter,
denn die Leute auf die ich stoße leiden an demselben Schmerz,
sie sind gleich, derselbe Schmerz. Es geht weder besser noch schlechter,
ob du ruhig bist oder in Bewegung, du leidest denselben Schmerz,
du bist gleich, derselbe Schmerz.
Ich singe, weil ich vielbesuchte Orte leid werde,
langweilige Schemata um Sicherheit zu erreichen.
Ich gehe von hier weg woandershin,
du ziehst Raben groß, und nachher fressen sie dir die Augen aus.
Ich singe weil ich immer mit demselben Kummer aufstehe.
Und es geht weder besser noch schlechter,
denn die Leute auf die ich stoße leiden an demselben Schmerz,
sie sind gleich, derselbe Schmerz. Es geht weder besser noch schlechter,
ob du ruhig bist oder in Bewegung, du leidest denselben Schmerz,
du bist gleich, derselbe Schmerz.

Canto (el mismo dolor)
Canto porque me levanto siempre con las mismas penas, con las heridas abiertas que siguen sin cicatrizar. Vago por las veredas, por desiertos, por la selva, surcando los anchos mares, hacia ningún lugar. Canto porque me canso de dar explicaciones, no tengo soluciones, ¿para qué tanto preguntar? Salto de cama en cama, de boca a boca, de falda en falda. No vuelvo por donde vine, nunca miro hacia atrás. Y no hay mejor ni peor, pues con la gente que tropiezo, sufren del mismo dolor, están igual, el mismo dolor. No hay mejor ni peor, si estás quieto o en movimiento, sufres el mismo dolor, estás igual, el mismo dolor. Canto porque me harto de lugares concurridos, de esquemas aburridos para conseguir seguridad. Parto de aquí a otro lado, crías cuervos, y te comen los ojos luego. Canto porque me levanto, siempre con las mismas penas. Y no hay mejor ni peor, pues con la gente que tropiezo, sufren del mismo dolor, están igual, el mismo dolor. No hay mejor ni peor, si estás quieto o en movimiento, sufres el mismo dolor, estás igual, el mismo dolor

Karin am 8.11.06 19:52, kommentieren

Das Leben ist schön: Teil 2

Wenn dieses kleine Wesen kein Beweis dafür ist, dass das Leben schön ist....dann weiß ich auch nicht mehr!!!

Karin am 28.10.06 23:53, kommentieren

ohje

Ich würd mich so gern mal wieder verlieben. So richtig, mit allem drum und dran. Klingt komisch, wenn man verheiratet ist, oder? Aber gegen manche Gefühle gibts einfach kein Heilmittel.

Am liebsten wärs mir natürlich, wenn ich mich in meinen Mann verlieben würde. Aber es müsste sich so viel ändern. So viel müsste anders werden. Eigentlich müsste er über Nacht ein anderer Mensch werden, sich anders verhalten, genauso wie ich ein anderer Mensch werden würde.

Eine traurige und schmerzhafte Erkenntnis.
Vielleicht hilft das Erkennen schon ein wenig um die richtige Richtung zu finden...

Karin am 28.10.06 23:48, kommentieren

Sprichwort

Dumme Gedanken hat jeder. Nur der Weise verschweigt sie.

Ist das wirklich so? Ich meine, dass kluge Menschen ihre dummen Gedanken nicht äußern, auch nicht unabsichtlich, aus Versehen, sozusagen?! Ich weiß nicht, irgendwie glaub ich da nicht dran. 

Und.... darf man dumme Gedanken denn nicht aussprechen? Ich meine, was ist so schlimm dran?
Bin ich deswegen weniger klug/weise, nur weil ich einen Gedanken ausspreche, der nicht vor Genialität strotzt, der vielleicht sogar peinlich ist?

Karin am 28.10.06 23:42, kommentieren